„Ordnung und Vernichtung“: Ausstellung mit prominenter SchirmherrschaftGeschichte des Riesaer Wohnens als Besuchermagnet im Jahr 2015

13.189 Besucher und Nutzer touristischer Angebote zählte das Riesaer Stadtmuseum im vergangenen Jahr. Dazu gehören 129 Unterrichtsprojekte sowie Ferien- und Freizeitangebote mit 2.647 Kindern, 172 Stadt- und Klosterführungen mit 2.732 Gästen und 57 Veranstaltungen „Schule früher“, welche 1087 Besucher zählte. Addiert sind dies 19.655 Gäste, welche im und um das Museum herum die vielfältigen Angebote nutzten.

Feste Bestandteile dieser vielfältigen Palette sind bereits über mehrere Jahre die Kaffeeklatsch-Reihe sowie der Vortrag am Dienstag. „Als prominenten Gast durften wir den Schauspieler Jaeckie Schwarz zum festlichen Kaffeeklatsch begrüßen, aber auch Roland Ledwa, Dr. Gunter Stenzel, Matthias Brade oder der amtierende Deutsche Meister im Schafehüten, Winfried Weinhold, sorgten für tolle Gesprächsrunden“, sagt Maritta Prätzel, Leiterin des Stadtmuseums.

Mit 877 Gästen war auch wieder die alljährliche Mondscheinführung restlos ausverkauft. Ebenso gut besucht waren die Kindermuseumsnacht zum Thema „Leben in der Vorgeschichte und indianische Traditionen“ sowie der 24. Museumsball unter dem Motto „Riesa im Jahr 1730“. Ferner engagierten sich die Museumsmitarbeiter zum Gelingen der Riesaer Klosterweihnacht, zu welcher die Theatergruppe den „Märchenzauber“ am dritten Advents-wochenende realisierte. In Kooperation mit der Stadtbibliothek wartete das gesamte Haus am Poppitzer Platz am 24. Dezember 2015 auf den Weihnachtsmann.

„Wohnen in Riesa“ als besonderer Höhepunkt

Die Sonderausstellung „Mehr als ein Dach über’n Kopf – Wohnen in Riesa einst und jetzt“  bewies sich über mehrere Monate als fester Besuchermagnet.

„Fast 2.500 Gäste schauten sich die einmalige Geschichte des Riesaer Wohnens an, welche das Museum in Kooperation mit der WGR und WGn sehr erfolgreich bewerkstelligte“, sagt FVG-Prokurist Reiner Striegler.

Als weitere Sonderausstellungen bot das Museum einen Einblick in die Militärjustiz des Dritten Reiches oder einen Überblick zu winterlichen Fortbewegungsmitteln aus zwei Jahrhunderten. Unter dem Motto „Fritz König – ein König der Farben“ wurden Malereien zur Schau gestellt. Dabei übernahm das Stadtmuseum eine komplette Kunstsammlung bestehend aus insgesamt 1.000 Gemälden und Grafiken des Weidener (Oberpfalz) Künstlers Fritz König. Kleinere Ausstellungen im Foyer des Stadtmuseums erzählten die Geschichte der Postkarte im Ersten Weltkrieg und gaben einen Überblick zur Pflichtliteratur im Schulunterricht der ehemaligen DDR.

„An die Sonderausstellungen knüpfen natürlich auch Jahr für Jahr unsere Forschungsprojekte an, um die Ausstellungen so detailliert und original wie möglich den interessierten Gästen zu präsentieren“, erklärt Maritta Prätzel. Hierbei lagen die Schwerpunkte auf dem Wohnen in Riesa, den Riesaer Straßengeschichten sowie der Zeitzeugenbefragung zum DDR-Schulunterricht. „Des Weiteren begannen wir mit einem umfangreichen Projekt zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Vorgeschichtssammlung unseres Hauses“, ergänzt Prätzel.

Wanderausstellung erstmals in Sachsen

Als Jahresauftakt 2016 präsentiert das Stadtmuseum anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus eine Ausstellung zum Thema „Ordnung und Vernichtung – die Polizei im NS-Staat“. Diese Ausstellung, welche am 26. Januar eröffnet wird, thematisiert den Beitrag der deutschen Polizei zum nationalsozialistischen Terrorregime. Dabei wird gezeigt, dass nicht nur die Gestapo, sondern auch die Kriminal- und uniformierte Polizei die politischen und weltanschaulichen Gegner des NS-Staates verfolgten.

„Diese Wanderausstellung wird erstmals in Sachsen präsentiert“, sagt FVG-Geschäftsführerin Kathleen Kießling und ergänzt, dass „wir sehr stolz darauf sind, dass der Sächsische Staatsminister Markus Ulbig die Schirmherrschaft dieses besonderen Projektes übernommen hat.“

Im Rahmen der Ausstellung organisiert das Museum vier Veranstaltungen, welche bis März begleitend stattfinden. So gibt es am 31. Januar eine öffentliche Führung mit dem Leiter der Polizeihistorischen Sammlung Dresden, Herrn Schütze.

Ferner gibt ein „Vortrag am Dienstag“ am 23. Februar einen Einblick in „Brüche und Kontinuitäten der Polizei im 20. und 21. Jahrhundert“. Am 9. März bietet das Museum eine Filmvorführung unter dem Titel „Nachts, wenn der Teufel kam“ an. Vier Tage später schließt die Sonderausstellung mit einer weiteren öffentlichen Führung durch den Ausstellungs-Kurator Andreas Mix.

Das Stadtmuseum plant über das Jahr 2016 weitere Sonderausstellungen. Darunter können sich die Besucher auf einen Überblick zur Geschichte des Einkaufens in Riesa ebenso freuen, wie auf zwei Kunstausstellungen und eine Weihnachtsausstellung. Als kleinere Galerie wird „Die Riesaer Petition – wie Menschen gemeinsam für die Freiheit kämpften“ dargestellt.

Vorträge am Dienstag und die Kaffeeklatschreihe erfahren eine abwechslungsreiche Fortsetzung; 25 Jahre Museumsverein

„Die beliebten Vorträge am Dienstag und die erfolgreiche Kaffeeklatschreihe setzen wir selbstverständlich auch im neuen Jahr fort“, sagt Maritta Prätzel. „Die Vorbereitungen für die abwechslungsreichen Gespräche sind abgeschlossen“, ergänzt sie.

So werden u. a. „Hirschsteiner Schlossgeschichten“ (29. März), die „Riesaer Seifenproduktion“ (26. April) und „– Apothekengeschichte“ (31. Mai) die „Geschichte der Schallplatte“ (28. Juni) oder „70 Jahre Riesaer Reifenproduktion“ (25. Oktober) thematisiert.

Zum Kaffeeklatsch begrüßt Moderator Lothar Gläsel am 1. Februar das Riesaer Lehrerkabarett „Die Larven“. Diesen folgt am 7. März Dorit Graf von der Tanzschule Riesa. Am 2. Mai spricht Annett Margenberg über das Einkaufen in Riesa einst und jetzt. Ebenso sind Uwe Brestel (Leiter des Riesaer Tierheims, 5. September) und Viola Harnisch (Betriebsleiterin der Remondis Abfallwirtschaft, 7. November) zu Gast.

„Traditionell tauchen 2016 natürlich auch wieder die Mondscheinführung, die Kindermuseumsnacht sowie der Museumsball im städtischen Veranstaltungskalender auf“, sagt Kathleen Kießling und ergänzt, dass „wir uns als FVG dabei stets auf die engagierte Unterstützung des Museumsvereins verlassen können, welcher dieses Jahr sein 25. Jubiläum feiert.“

Stahlharte Forschung

„Natürlich wollen wir neben dem täglichen Museumsbetrieb auch unsere Forschungsvorhaben weiter intensivieren“, sagt Maritta Prätzel. Für 2016 ist die Mitwirkung an einem internationalen Jugendforschungsprojekt des Beruflichen Schulzentrums Riesa geplant, welches sich in Zusammenarbeit mit der Berufsschule in Lonato (Italien) zur Entwicklung der Stahlindustrie in den Regionen Riesa und Lonato befasst.

Ferner soll das begonnene Manuskript zu den Riesaer Straßengeschichten im neuen Jahr fortgeführt und fertiggestellt werden. Auch die Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesamt für Archäologie bzgl. der Vorgeschichtssammlung des Riesaer Museums wird fortgesetzt und ein neues Außendepot für museale Sammlungsobjekte befindet sich in der Aufbauphase. 

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