„Sie wünschen bitte?“: erfolgreichste Ausstellung seit Wiedereröffnung 2007 Besucheranstieg um fast 14 %

Einmal mehr verstanden es die Mitarbeiter des Stadtmuseums Riesa um Leiterin Maritta Prätzel, die fundierten historischen Inhalte nicht nur als Ausstellungsstätte zu begleiten, sondern brachten dem interessierten Publikum Geschichtliches lebhaft nah. So bspw. im Rahmen von Stadt- und Klosterführungen, Unterrichtsprojekten sowie Ferien- und Freizeitangeboten. Dass dieses Konzept aus erlebbarer und anschaulicher Historie bestens funktioniert, unterstreicht vor allem der Besucherschnitt, welcher um mehr als 2.300 Gäste im Vergleich zum Vorjahr um fast 14% auf 15.225 Besucher stieg.

Unbestrittener Besucherhöhepunkt war die Sonderausstellung „Sie wünschen bitte? – Zur Geschichte des Einkaufens in Riesa entlang der Hauptstraße". Maritta Prätzel: „Es war die erfolg-reichste Sonderausstellung seit der Wiedereröffnung des Stadtmuseums im Jahr 2007 (10 Jahre Haus am Poppitzer Platz, d. R.). Sie erreichte ganz neue Besuchergruppen und erhielt sehr viel Zuspruch dafür, dass sie das unmittelbare Lebensumfeld mehrerer Generationen der Riesaer beleuchtete." Weitere Sonderausstellungen im Stadtmuseum liefen unter den Themen „Winterliche Fortbewegungsmittel", „Die Polizei im NS-Staat – Ordnung und Vernichtung", „Hilferuf aus Riesa – Wie Menschen gemeinsam für die Freiheit kämpften" oder „Fürstenstraße der Wettiner". An die Sonderausstellungen knüpfte in gewohnter Art und Weise auch die ständige Forschungsarbeit der Museumsmitarbeiter an.

Zahlreiche ausverkaufte Bildungsangebote

Aber auch aus der Tradition heraus gewachsene Angebote wie die 14. Mondscheinführung, die Vorträge am Dienstag, die Kaffeeklatschreihe, die Kindermuseumsnacht und das „Warten auf den Weihnachtsmann" in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek sorgten für einen großen Besucheransturm und waren oft bereits im Vorfeld ausverkauft.

Die Mondscheinführung unter dem Motto „Willkommen in Riesa im Jahr 1909" zeigte den Besuchern Institutionen der Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Dazu gehörten Schule, Rathaus, Polizei, Gericht, Bank und Technikum. Von ca. 100 Darstellern und Helfern wurden in kurzen Spielsequenzen damit in Zusammenhang stehende historische Ereignisse vermittelt.

Renommierte Referenten im Rahmen der Reihe „Vortrag am Dienstag", wie Dr. Wieland Zeppan (langjähriger Betriebsleiter des Seifenwerkes), Prof. Karl Döring (ehemaliger Forschungsingenieur im Stahl- und Walzwerk und Stellv. Minister für Stahlindustrie der DDR) oder Werner Balszuweit und Dr. Christian Paech als ehemalige Betriebsleiter bzw. Geschäftsführer des Reifenwerkes sorgten für interessante Einblicke in die Riesaer Industriegeschichte und schafften es stets, den Bezug zur gleichnamigen Dauerausstellung im Stadtmuseum zu finden.

Mit den Worten „Wir hätten kein besseres Museum für unsere Tagung finden können", würdigte der Teamleiter Kulturstiftung des Bundes, C. P. Nies, die Arbeit des Riesaer Stadtmuseums. Die Kulturstiftung richtete Ende 2016 eine Tagung in Riesa aus. Im Mittelpunkt stand dabei ein neues Förderprogramm mit dem Titel „Stadtgefährten".

25 Jahre Museumsverein – der letzte Museumsball

Mit einem Rückblick auf 25 Jahre Museumsball-Geschichte fand 2016 ein erfolgreiches Kapitel der Arbeit des Stadtmuseums in Kooperation mit dem Museumsverein seinen Abschluss. „Mit großer Leidenschaft wurden von der Theatergruppe des Museumsvereins noch einmal Ausschnitte aus den besten Theateraufführungen der letzten 25 Jahre dargeboten", sagt Maritta Prätzel. „Für die Zukunft gibt es eine neue Idee, die ebenso erfolgreich etabliert werden soll, wie der Ball", ergänzt sie.

2017 zwischen II. Weltkrieg und Spürnasen

Den Ausstellungsauftakt 2017 läuft anlässlich des Gedenktages der Opfer des Nationalsozialismus ab dem 27. Januar unter dem Thema „Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ – Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück". Sie befasst sich mit dem Schicksal der sowjetischen Soldatinnen, welche im zweiten Weltkrieg als Freiwillige in der Roten Armee, hauptsächlich in der Militärmedizin, auf deutschem Boden festgenommen und –gehalten wurden. Ergänzt wird dies mit Beispielen aus dem Kriegsgefangenenlager Zeithain.

„Die Ausstellung ist ein Kooperationsvorhaben zwischen Stadtmuseum, Museumsverein und der Gedenkstätte Ehrenhain bei Zeithain. Sie wird zusätzlich mit drei Veranstaltungen begleitet", sagt Kathleen Kießling, FVG-Geschäftsführerin. So thematisiert der Vortrag am Dienstag, 31. Januar, den zweiten Weltkrieg und die Frauen in der Roten Armee: „Scharfschützinnen", „Schwesterchen" und „Regimentshure". Zu Gast ist Kerstin Bischl aus Berlin. Eine öffentliche Führung durch die Ausstellung mit Jens Nagel, dem Leiter der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain, ist am 12. Februar zu erleben. Ferner ist eine Filmvorführung im Filmpalast Capitol am 7. März geplant: „Female Agents – Geheimkommando Polizei".

Weitere Themen der für 2017 geplanten Sonderausstellungen sind bspw. Bilder des Riesaer Malers Axel Haußmann, eine Fotoausstellung von Helmut Neumann, 25 Jahre Kreatives Centrum Riesa und die Industriekultur Sachsen. „In gewohnter Weise wird es im Dezember auch wieder eine Weihnachtsausstellung geben", sagt Maritta Prätzel.

Wie bereits erwähnt, werden auch die Reihen „Vortrag am Dienstag" und „Kaffeeklatsch" erfolgreich weitergeführt. Am letzten Dienstag im Februar gastiert Dr. Schollmeyer, Heimatforscher aus Oschatz, zum Thema „Auf den Spuren der Ulanen". Ihm folgen bspw. im April Dr. Susanne Kill zu „Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR – Häftlingszwangsarbeit und Gefangenentransport in der SED-Diktatur", im Mai blickt Annett Kirschke vom Statistischen Landesamt Sachsen auf „Die Bevölkerung in Sachsen im Spiegel der amtlichen Statistik". Im Sommer ist u. a. Jürgen Naumann aus Dresden (Die zwei Leben der Saxonia – Sächsische Eisenbahngeschichte) zu Gast. Am 24. Oktober gibt Dr. Sabine Zinsmeyer aus Leipzig Statements zum Thema „Frauen in der Reformation".

Auch zum Kaffeeklatsch gastieren jeden ersten Montag im Monat wieder Gesprächspartner uns unterschiedlichen Branchen. Im Februar sind mit Marion Wachsmuth und Mario König zwei Mitglieder der Theatergruppe des Museumsvereins zu Gast. „Mit Genuss zum Ziel" begrüßt das Stadtmuseum Ernährungsberaterin Doreen Janz einen Monat später. Sebastian Schellbach, Vorsitzender der Taxigenossenschaft Riesa, ist im Juli zu Gast. Der bekannte Riesaer und Vorsitzende des Kreativen Centrums, Werner Zawischa, spricht im September zum Thema „Auf den Flügeln der Phantasie". Im Oktober sind die beiden Rettungshundeführer Silva Bender (stellv. Staffelleiterin der Rettungshundestaffel des ASB Riesa) und Rettungshundeführer Thomas Schreyer zu Gast: „Mit Spürnase zum Erfolg".

Alfred Mirtschin und die Archäologie

„Natürlich wollen wir neben dem täglichen Museumsbetrieb und der Vorbereitung der hochwertigen Angebote auch unsere Forschungsvorhaben weiter intensivieren, um den guten Ruf des Museums auch im kommenden Jahr weiter überregional zu behaupten", sagt Maritta Prätzel. Für 2017 ist die Herausgabe einer Publikation „Zur Geschichte des Einkaufens in Riesa" geplant, welche an die erfolgreiche Ausstellung anknüpfen soll. Des Weiteren ist zum Abschluss des internationalen Jugendforschungsprojektes des Beruflichen Schulzentrums Riesa mit Lonato (Italien) geplant, welches im vergangenen Jahr begonnen wurde, eine Ausstellung geplant. Auch forscht das Museum intensiv weiter im Leben und Wirken von Alfred Mirtschin, dem ehemaligen Riesaer Bodendenkmalforscher und Museumsleiter. Ihm wird ab dem 20. Mai ferner eine Sonderausstellung gewidmet: „Ein Leben für die Archäologie". Ebenso thematisiert der Vortrag am Dienstag von Dr. Wolfgang Ender vom Sächsischen Landesamt für Archäologie am 25. Juli das Leben des Heimatforschers und Bodendenkmalpflegers.

Des Weiteren wird die wissenschaftliche Aufarbeitung der Riesaer Vorgeschichtssammlung in Zusammenarbeit mit dem genannten Landesamt dahingehend weitergeführt. „In diesem Zusammenhang sollen zwei neue Außendepots fertiggestellt und eingerichtet werden. Dann können wir die in den 1960er Jahren nach Dresden ausgelagerten archäologischen Sammlungsbestände wieder nach Riesa holen", blickt Maritta Prätzel voraus.

15. Mondscheinführung & 10 Jahre Haus am Poppitzer Platz

Viele bewährte und neue Angebote warten neben den etablierten Reihen auf die Museumsbesucher. Neu wird ein Ferienangebot für Großeltern und deren Enkel eingeführt. „Lasst uns spielen, Oma und Opa!". Hierbei wird es den interessierten Gästen ermöglicht, alte Kinderspiele aus der Großelternzeit neu zu entdecken.

„Der Kartenvorverkauf für unsere 15. Mondscheinführung startet am 12. März. Ich rate dringend dazu, sich rechtzeitig Tickets zu sichern", sagt Maritta Prätzel. Unter dem Motto „Riesa – die Stadt an der Elbe" werden am 9. und 10. Juni wieder die beliebten szenisch inszenierten Führungen angeboten. Ebenso wird die Kindermuseumsnacht am 13. Oktober weitergeführt und verläuft unter dem Titel „Mit Museumsmaus Archibald in Geheim-Mission durch's Depot". Am Samstag, den 21. Oktober 2017 organisieren das Stadtmuseum und die Stadtbibliothek gemeinsam den Aktionstag „10 Jahre Haus am Poppitzer Platz".

„Ferner laufen derzeit intensive Vorbereitungen für eine regionalgeschichtliche Sonderausstellung zum Thema ‚Kind sein in Riesa im 20. Jahrhundert' und dem neuen Angebot, welches anstelle des Museumsballs etabliert werden soll", sagt Maritta Prätzel in Ausblick auf ein ereignisreiches Jahr 2017 im Riesaer Stadtmuseum.

Riesa, 19.01.2017

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