2018-01-23 Jahresauftakt Museum / SACHSENarena Riesa

Traditionell begehrte Publikumsmagneten veranschaulichen erlebbare GeschichteKaffeeklatsch feiert 25jähriges Bestehen

„Eine besondere überregionale Aufmerksamkeit fand die Ausstellung ‚Alfred Mirtschin und die aktuelle archäologische Forschung'", sagt Maritta Prätzel, Leiterin des Riesaer Stadtmuseums über ihr persönliches Highlight des vergangenen Jahres. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen wurde diese Ausstellung vom Riesaer Museum in Eigenregie erarbeitet und soll 2019 auch im sächsischen Archäologie-Museum in Chemnitz gezeigt werden.

Dies unterstreicht nicht nur eindrucksvoll das Wirken des Museums über die Stadtgrenzen Riesas hinaus, sondern auch das etablierte Konzept des Stadtmuseums, Historie erlebbar, bildungsfördernd und anschaulich zu präsentieren. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 12.967 Gäste die Angebote des Museums wahr. Hierzu zählen 11.059 Museumsbesucher und 1.908 Gäste bei insgesamt 126 Stadt- und Klosterführungen. Hinzu kommen 322 Veranstaltungen, darunter u. a. 124 Unterrichtsprojekte sowie Ferien- und Freizeitangebote, 55 Veranstaltungen „Schule früher" und 22 Sonderführungen durch bestehende Ausstellungen.

Persönliche Erinnerungen an regionale Geschichte

Die Ausstellungen „Das historische Riesa im Bild – Fotografische Rückblicke 1950 bis 1990" mit Bildern des Fotografen Helmut Neumann und „Erhalten-Erleben-Erinnern" zur Industriearchitektur Sachsens mit dem Schwerpunkt Riesa fanden beim Publikum besondere Beachtung, da sie persönliche Erinnerungen und Erlebtes in den Mittelpunkt rückten. An derzeitiges regionales Schaffen knüpften ferner die Ausstellungen des Künstlers Axel Haußmann und die des kreativen Centrum Riesa e.V. an.

Ebenso zahlreich besucht wurde die Exposition „Kriegsgefangene Rotarmistinnen im Konzen-trationslager", welche zur Wahrung des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte „Ehrenhain-Zeithain" konzipiert wurde.

Mit der Gestaltung und Präsentation der Ausstellung „Am Anfang war das Eisen" fand das zweijährige internationale Jugendforschungsprojekt des BSZ Riesa mit der Berufsschule in Lonato (Italien) seinen Abschluss. „Das Projekt wurde von unseren Mitarbeitern maßgeblich begleitet", sagt Maritta Prätzel. „Hinter uns liegen zwei Jahre intensive Forschung, Erarbeitung und Gestaltung. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, sodass ich mich bei allen Beteiligten für die tolle Zusammenarbeit sehr herzlich bedanken möchte", so Prätzel. Die Ausstellung wird ferner ab 29. Januar im sächsischen Kultusministerium und anschließend in Riesas italienischer Partnerstadt Lonato gezeigt.

Beliebte Bildungsangebote & Jubiläen

Als echte Publikumsmagneten erwiesen sich neben dem regulären Museumsbetrieb wieder die Mondscheinführung, die Kindermuseumsnacht, die Reihen „Vortrag am Dienstag" und „Kaffeeklatsch" sowie das Warten auf den Weihnachtsmann.

Im Rahmen der Mondscheinführung gestalteten an zwei Abenden insgesamt 108 Schauspieler, Künstler, Statisten, Techniker und Helfer aller Art für insgesamt 27 Gruppen à 36 Personen einen knapp dreistündigen historischen Bummel zum Thema „Riesa an der Elbe". Der Kartenverkauf für die kommende Mondscheinführung am 8. und 9. Juni 2018 startet am 15. April im Haus am Poppitzer Platz. Ebenso bereits fest terminiert sind die nächste Kindermuseumsnacht für den 12. Oktober sowie das „Warten auf den Weihnachtsmann" am Heiligabend. „Bei all diesen Veranstaltungen können wir uns auch stets auf die engagierte Unterstützung des Museumsvereins verlassen", sagt Manuela Langer, Geschäftsführerin der FVG Riesa mbH.

Für die Vorträge am Dienstag konnten im vergangenen Jahr wieder interessante Referenten gewonnen werden, die ein breites Themenspektrum bedienten. Thematisiert wurden u. a. die Rolle der Reichsbahn im Strafvollzug der DDR, die demographische Entwicklung in Sachsen, die neueste archäologische Forschung in der Region oder die Rolle der Frauen in der Reformation. „Besonders großen Zuspruch fand der Vortrag vom Geschäftsführer des Riesaer Ölwerks, Herrn Dr. Brautzsch, zur Firmengeschichte", sagt Maritta Prätzel.

Auch in diesem Jahr wird diese Reihe fortgesetzt. Am 30. Januar spricht Heike Berthold zu „Reisen in die Welt – Traumziel Persien". Im März wirft Manfred Töppel einen Blick auf die Geschichte des Riesaer Zündwarenwerkes. Am 29. Mai gibt Rüdiger Schwark Statements zum Thema „Vom Truppenübungsplatz zum Naherholungsgebiet". Das erste Halbjahr schließt Mathias Dohnt im Juni mit seinem Vortrag „Gustav Ehrhardt – der Autopionier aus Eisenach" ab.

In ihr 25. Jubiläumsjahr geht 2018 die Kaffeeklatsch-Reihe. „Das Angebot, ein interessantes regionales Thema sowohl aus historischer, als auch gegenwärtiger und zukünftiger Sicht mit entsprechenden Fachleuten zu betrachten, ist nach wie vor sehr beliebt", sagt Maritta Prätzel. Im Gespräch waren im letzten Jahr z. B. „Bretter, die die Welt bedeuten", „Bilder, die das Leben schreibt", „Auf den Flügeln der Phantasie", „Getanzte Lebenslust" oder „Mit Spürnase zum Erfolg". 2018 kommen die Moderatoren Lothar Gläsel und Siegfried Martick u. a mit dem Leiter des Polizeireviers Riesa, Hermann Braunger (5. März; „Sind Sie sicher"), mit Bundestrainer Gerd Leopold (9. April, „Olympische Winterspiele 2018"), mit der Geschäftsleitung der FVG Riesa mbH Manuela Langer und Christian Geschke (6. August, „Rund um die Arena") oder mit dem Oberbürgermeister der Stadt Riesa Marco Müller (5. November, „900 Jahre Riesa – Sachsen zu Gast in unserer Stadt") ins Gespräch. Zum festlichen Kaffeeklatsch gastiert am 3. September 2018 Michael Trischan, bekannt als Hans-Peter Brenner aus der TV-Serie „In aller Freundschaft".

Ein weiteres Jubiläum feierte das ehemalige Kasernengebäude an sich – 10 Jahre Haus am Poppitzer Platz! Gemeinsam mit vielen Besuchern präsentierten sich Kinder-, Jugend- und Stadtbibliothek sowie das Stadtmuseum am 21. Oktober 2017 mit ihren spezifischen Angeboten.

Stadtgefährten – „Mit kleinen Schritten in die große Welt – Kind sein in Riesa im 20. und 21. Jahrhundert"

Mit großer Freude konnten die Mitarbeiter des Stadtmuseums im vergangenen Jahr die Zusage der Kulturstiftung des Bundes für ein zweijähriges Projekt im Rahmen des „Stadtgefährten"-Programms entgegennehmen. Dieses Forschungs-, Veranstaltungs- und Ausstellungsvorhaben „Mit kleinen Schritten in die große Welt – Kind sein in Riesa im 20. und 21. Jahrhundert" zielt auf neue öffentlichkeitswirksame Angebote, die in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern vorbereitet und realisiert werden. Als zentrale Bestandteile dieses Projektes sollen eine „Kinderkultur-Reihe", die „Riesaer Stadtgespräche" sowie „Erzählsalons" entwickelt und etabliert werden. Im Ergebnis wird außerdem eine umfassende Sonderausstellung zum Thema „Kind sein in Riesa" entstehen.

Zunächst ist im Rahmen des Programms „Stadtgefährten" in Kooperation mit der Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain allerdings die Ausstellung „Lasst mich ich selbst sein" von Januar bis März geplant. Die Sonderausstellung, welche die Lebensgeschichte der Anne Frank thematisiert, wird am 26. Januar 2018 eröffnet und mit drei weiteren Veranstaltungen begleitet. So folgt am 8. Februar eine Schultheateraufführung als Mono-Oper inszeniert durch die Landesbühnen Sachsen. Am 27. Februar referiert Dr. Gunda Ulbricht im Rahmen der Reihe Vortrag am Dienstag zum Thema „Jüdisches Leben in der DDR". Abschließend folgt am 12. März 2018 die Filmvorführung „Das Tagebuch der Anne Frank" (Deutschland, 2016) mit anschließender Filmbesprechung der Medien-pädagogin Barbara Wallbraun im Rahmen der SchulKinoWochen Sachsen.

Vom Stahlwerk zum Weihnachtsschmuck

Eine weitere Sonderausstellung widmet sich von März bis Juni als Fotoausstellung dem Riesaer Stahlwerk: „1843 bis 2018: 175 Jahre Stahlproduktion in Riesa". Ebenso greift die Arbeitsgruppe „Unsere Heimat" des Stadtmuseums dieses Thema am 24. April zu einem Vortrag am Dienstag auf.

Ihr folgt von Juli bis August eine Veröffentlichung des Karikaturenwettbewerbes der Sächsischen Zeitung unter dem Motto „Menschen sind auch keine Lösung". Anschließend werden in Zusammenarbeit mit dem Rudolf-Stempel-Gymnasium und der Lebens(t)raumgemeinschaft Jahnishausen Arbeiten des Kunstkurses einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. Nach der Sonderausstellung „Retrospektive Wolfgang Bochnia" anlässlich seines 80. Geburtstages (September bis November) wird die traditionelle Weihnachtsausstellung aufgebaut. Diese thematisiert Weihnachtsschmuck und –geschenke aus dem 20. Jahrhundert.

Sammeln und Bewahren

Um Platz zu schaffen für die mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen vereinbarte Rückführung der in den 1960er-Jahren nach Dresden ausgelagerten vorgeschichtlichen Sammlungsbestände, wurde im vergangenen Jahr ein zweites Außendepot, in welchem nun die Kunstsammlung des Museums aufbewahrt wird, vorbereitet und eingerichtet. Im Archäologie-Depot werden hingegen dieses Jahr schrittweise die ersten Sammlungsbestände eingelagert.

Des Weiteren konnte dank des Förderprogramms „Soziale Teilhabe" verstärkt an der computergestützten Sammlungsdokumentation gearbeitet werden. „Insgesamt wurden 1.591 Objekte erfasst, dokumentiert und in das Computersystem integriert", sagt Maritta Prätzel.

In diesen erfassten Objekten sind bereits 195 Exponate enthalten, welche das Riesaer Stadtmuseum im vergangenen Jahr durch Ankauf oder Schenkung erworben hat. Hierzu gehören u. a. ein Gemälde der Strehlaer Künstlerin Astrid Grauer, eine Lithographie „Riesa um 1840", drei Bronze-Brunnenstelen von Benno Werth oder Luftschutz-Plakate aus dem zweiten und ein Notizbuch aus dem ersten Weltkrieg.

„Eines unserer Hauptaugenmerke ist in diesem Jahr die Restaurierung der ältesten regionalen bildlichen Darstellung unserer Stadt aus dem 18. Jahrhundert", sagt Maritta Prätzel. Das Stadtmuseum der FVG Riesa mbH bewahrt also auch 2018 nicht nur auf dieser Ölmalerei erlebbar und anschaulich die Geschichte Riesas.

Riesa, 23.01.2018

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