Zweijähriges Forschungsprojekt findet seinen würdigen AbschlussEin Hauptaugenmerk liegt auf dem Jubiläum Riesas und dem „Tag der Sachsen“

Mit insgesamt 296 Veranstaltungen hat das Riesaer Stadtmuseum die meisten Angebote aller Bereiche der FVG Riesa mbH im vergangenen Jahr umgesetzt. Damit liegen die Mitarbeiter um Leiterin Maritta Prätzel zwar knapp unter der Zahl des Vorjahres, allerdings konnten mit 13.740 Besuchern fast 1.000 Gäste mehr im Stadtmuseum begrüßt werden.

Zu den 296 Veranstaltungen zählen neben den gewohnten Sonderausstellungen, Ausstellungseröffnungen, den Reihen Kaffeeklatsch und Vortrag am Dienstag insgesamt 129 Stadt- und Klosterführungen, 79 Unterrichtsprojekte sowie Ferien- und Freizeitangebote, 48 Veranstaltungen „Schule früher" und 19 Museumsführungen.

Sonderausstellungen: Eine Diva, zwei DDR-Künstler, ein Projektabschluss und 9 herausragende Objekte

Großes Besucherinteresse weckte die zu Jahresbeginn 2018 ausgestellte Galerie „Lasst mich ich selbst sein – Anne Franks Lebensgeschichte", welche in langjähriger, bewährter Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte „Ehrenhain-Zeithain" realisiert wurde. „Dabei fanden vor allem auch die zahlreichen Begleitveranstaltungen große Beachtung", sagt Maritta Prätzel. „Hierbei war vor allem die von den Landesbühnen Sachsen gestaltete Aufführung der Mono-Oper ‚Das Tagebuch der Anne Frank' gefragt, weshalb wir sogar noch eine Zusatzveranstaltung organisierten", so Prätzel.

Eine weitere Ausstellung widmete sich dem Jubiläum „175 Jahre Stahlproduktion in Riesa". Begleitend dazu wurde ein in den 1950er Jahren in Riesa und vor allem im Stahlwerk gedrehter Film „Die Sieben vom Rhein" gezeigt. Des Weiteren präsentierte die Sächsische Zeitung in einer weiteren Sonderschau unter dem Titel „Menschen sind auch keine Lösung" die Ergebnisse des Deutschen Karikaturenwettbewerbs. Im Stadtteilhaus Gröba wurde zudem die Wanderausstellung „Ziel: Umerziehung! Die Geschichte repressiver Heimerziehung in der DDR" gezeigt und mit einem Vortrag „Punk in der DDR – zwischen Rebellion und Repression" begleitet.

Anlässlich des 80. Geburtstages des bekanntesten Riesaer Malers Wolfgang Bochnia zeigte das Stadtmuseum unter dem Titel „Art und Weise III" eine Retrospektive seines Schaffens. Die traditionelle Weihnachtsausstellung stand im vergangenen Dezember unter dem Thema „Weihnachtsschmuck und -geschenke im Wandel der Zeiten".

„Wie auch in den Vorjahren, wird die erste Ausstellung 2019 der Wahrung des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet", sagt Maritta Prätzel. Seit 27. Januar ist die Ausstellung über Marlene Dietrich öffentlich im Museum zugänglich. Der Untertitel „Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis" verdeutlicht den Charakter des deutschen Hollywood-Weltstars und ihr Weigern, Hitler-Deutschland zu unterstützen. Passend dazu wird es eine ausstellungsbegleitende Filmveranstaltung „Eine auswärtige Affäre" aus dem Jahr 1948 geben.

Im März 2019 folgt eine Ausstellung von Malereien und Grafiken der Riesaer Künstler Margret und Paul Häusler. Am 28. April wird die Exposition „Mit kleinen Schritten in die große Welt – Kind sein in Riesa im 20. Jahrhundert" eröffnet. „Mit dieser Ausstellung findet unser zweijähriges Forschungsprojekt der Kulturstiftung des Bundes seinen Abschluss", sagt Maritta Prätzel.

Nachdem am 12. und 13. Oktober eine große Schau des Modellbahnclubs der Stiftung BSW folgt widmet sich das Stadtmuseum vor der Eröffnung der alljährlichen Weihnachtsausstellung ab 20. Oktober unter dem Titel „Alles hat seine Zeit" dem Riesaer Jubiläum. Im Rahmen dieser Ausstellung zeigt das Stadtmuseum neun herausragende Objekte aus 900 Jahren Riesa. „Zu sehen sein wird dabei die originale Gründungsurkunde unseres Klosters aus dem thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar", sagt Manuela Langer, FVG-Geschäftsführerin. „Mit dabei sein werden auch die Stadtrechtsurkunde von 1623 und die älteste bildliche Darstellung der Region", so Langer.

Forschungsthemen: Hauptaugenmerk auf dem Riesa-Jubiläum

Die Forschungsarbeit des Riesaer Stadtmuseums war im vergangenen Jahr maßgeblich dem angesprochenen Thema „Kind sein in Riesa im 20. Jahrhundert" gewidmet. Hier fanden im Rahmen des Projektes Erzählsalons und Zeitzeugengespräche statt, in denen ergänzend zu umfangreichen Recherchen in Zeitungen, Chroniken und städtischen Dokumenten eine Vielzahl an Fakten, Erinnerungen und Geschichten gesammelt werden konnten, welche in der projektbezogenen Sonderausstellung präsentiert werden. Wichtige und über den Projektzeitraum hinaus führende Bestandteile des Projektes sind die „Kinderkultur-Reihe", zu der auch die Kinder-Sommerbühne gehört, das „Riesaer Stadtgespräch" sowie die erwähnten Erzählsalons, welche im vergangenen Jahr insgesamt sechs Mal in verschiedenen Einrichtungen stattfanden.

Darüber hinaus wurden gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Unsere Heimat" wieder intensive Recherchen zu Ereignissen, Persönlichkeiten und Gebäuden im Zusammenhang mit der Mondscheinführung durch den Stadtteil Weida und die monatliche Seite der Lokalausgabe der Sächsischen Zeitung zur Heimatgeschichte realisiert. Diese Arbeit wird auch im neuen Jahr fortgesetzt. „In diesem Zusammenhang werden wir uns vor allem auch aus aktuellem Anlass dem 900jährigen Jubiläum Riesas widmen und eine Ausstellung dazu entsprechend vorbereiten", sagt Maritta Prätzel.

Sammeln und Bewahren: 1.158 archivierte Objekte, 274 Neuanschaffungen, einer der bedeutendsten archäologischen Sammlungen & die älteste bildliche Darstellung der Region

„Dank des Förderprogramms ‚Soziale Teilhabe' konnten wir im vergangenen Jahr weiter in großem Umfang Exponate der musealen Sammlung dokumentieren und digital archivieren", sagt die Museumsleiterin. So wurden insgesamt 1.158 Objekte in das Computersystem „First RUMOS" eingearbeitet.

Ferner wurde in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesamt für Archäologie die Bearbeitung und zeichnerische sowie computergestützte Erfassung der archäologischen Sammlung fortgesetzt und die Rücknahme des vor knapp 60 Jahren vom Landesamt übernommenen Bestandes der Mirtschin-Sammlung in das Depot des Riesaer Stadtmuseums so gut wie abgeschlossen werden. „Es macht uns sehr stolz, dass unser Museum wieder über eine der vier bedeutendsten archäologischen Sammlungen des Landes Sachsens im eigenen Haus verfügt", so Prätzel.

Des Weiteren konnte im vergangenen Jahr die älteste bildliche Darstellung der Region „Schloss Riesa und Umgebung" aus dem 18. Jahrhundert von Uta Fischer aus Dresden fachgerecht restauriert werden.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 274 Exponate durch Ankauf oder Schenkungen neu im Bestand des Riesaer Stadtmuseums aufgenommen. Dazu zählen z. B. das Gemälde des Riesaer Malers Wolfgang Bochnia „Röhrbornmühle" und zwei Original-Gleislagepläne aus dem Stahl- und Walzwerk Riesa.

Vermittelnde Veranstaltungen: Viele Klassiker und eine Premiere

Als beliebtestes museumspädagogisches Angebot erwies sich im vergangenen Jahr abermals die Mondscheinführung, welche 2018 einen knapp dreistündigen Bummel zur Geschichte des Ortsteiles Weida unter dem Titel „Hinterm Kreisverehr geht's Weida" thematisierte. Die nächste Mondscheinführung ist bereits für den 21. und 22. Juni geplant und wird selbstverständlich ganz im Zeichen des Festjahres „900 Jahre Riesa" stehen.

Ein weiterer gewohnt gelungener Programmpunkt im Kalender der Stadt Riesa ist die Kindermuseumsnacht, welche es den kleinen Museumsgästen zu ungewöhnlicher Zeit ermöglicht, Geschichte hautnah und sehr lebendig nahe zu bringen. Im letzten Jahr galt es im barocken Ambiente einen Empfang bedeutender Herrscher aller Nachbarländer nach dem Vorbild des Zeithainer Lustlagers zu organisieren. In diesem Jahr wird zur Kindermuseumsnacht am 25. Oktober 2019 eingeladen und – so viel sei vorab verraten – es wird gruselig werden.

Vor allem erlangen im Stadtmuseum die beiden Themenreihen „Vortrag am Dienstag" und der „Kaffeeklatsch" hohe Aufmerksamkeit. Am jeweils letzten Dienstag im Monat konnten Themen zum Zündwarenwerk Riesa, zur 175jährigen Stahltradition oder zum jüdischen Leben in der DDR gehört werden. In diesem Jahr stehen u. a. „Die Lommatzscher Pflege gestern und heute" (26. März), „Aus heiterem Himmel – archäologische Luftbilder im Raum Riesa" (30. April), „Die Rittergutsfamilie von Welck" (25. Juni), „Tag der Heimatforscher" (24. September) oder die „Benediktiner in Sachsen" (29. Oktober) auf dem Programm.

„Auch im 25. Jahr ihres Bestehens erfreute sich die Kaffeeklatsch-Reihe großer Beliebtheit", sagt Maritta Prätzel. Im Gespräch waren 2018 z. B. der Riesaer Bob-Bundestrainer Gerd Leopold, Polizeihauptkommissar Herrmann Braunger, DRK-Rettungsdienst Geschäftsführer Raiko Pöschel oder Riesas Oberbürgermeister Marco Müller, welcher auf das Festjahr und den Tag der Sachsen einstimmte. In den kommenden elf Monaten gastieren bspw. Leichtathletiktrainer Gunter Engelbrecht (4. März), Ines Lierath, Leiterin Sozialtherapie am Seniorenhaus „Albert Schweitzer" (6. Mai), Jens Torsten Jacob, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Meißen (1. Juli) und Andreas Görlitz, Leiter der Suchtberatung der Diakonie Riesa-Großenhain (2. September) im Haus am Poppitzer Platz.

Ein weiterer Höhepunkt im Veranstaltungskalender des Stadtmuseums ist die Premiere des Theaterstückes der Landesbühnen Sachsen „König sein", ein Figurentheater nach dem Kinderbuch „Le Petit Guili" von Mario Ramos. Dieses wird am 10. Februar uraufgeführt. Am folgenden Montag und Dienstag wird es noch zwei weitere Aufführungen für Schulklassen geben, welche mit einem Gesprächsangebot mit dem Theaterpädagogen ergänzt werden. „Hierbei ist der Montag bereits ausverkauft. Für den 12. Februar nehmen wir allerdings noch Anmeldungen entgegen", sagt Maritta Prätzel.

Des Weiteren hält das Museum auch 2019 an vielen beliebten Angeboten fest. So wird es am Frauentag, dem 8. März, ein Programm mit der Theatergruppe des Museumsvereins geben. Weiterhin organisieren die Museumsmitarbeiter gemeinsam mit der Kinder- und Jugendbibliothek das gewohnt beliebte Hausspektakel zum Ferienauftakt und das Warten auf den Weihnachtsmann.

Ein Novum erwartet die Museumsbesucher 2019 zum Internationalen Museumstag. Inspiriert durch die erfolgreiche Sendung „Bares für Rares" bietet das Stadtmuseum am 19. Mai erstmals eine Experten-Sprechstunde mit dem Torgauer Antiquitätenhändler Ingo Henjes an. Er bewertet Gemälde, Geschirr, Schmuck, Antiquitäten aller Art. Wer also wissen möchte, was z. B. die von der Großmutter geerbte Brosche wert ist, bei Ingo Henjes gibt es sachkundige Auskunft dazu.

Große Aufmerksamkeit wird das Stadtmuseum in diesem Jahr der Vorbereitung des Festumzuges zum Tag der Sachsen widmen. Das inhaltliche Konzept ist erarbeitet. Zurzeit geht es darum, möglichst viele Vereine, Institutionen, Firmen und Privatpersonen für die aktive Teilnahme zur Darstellung der Riesaer Geschichte zu gewinnen. Danach gilt es, eine attraktive Ausgestaltung mit Kostümen, Requisiten, Musik und notwendiger Technik zu realisieren. Die überregionalen Teilnehmer, Vereine aus ganz Sachsen, müssen gut informiert und im Festumzug eingeordnet werden. Insgesamt kommt es auf eine gute Koordinierung und Zusammenarbeit mit allen Beteiligten an. Schließlich soll der Festumzug ein sehr stimmungsvoller und reibungsloser verlaufender Höhepunkt des Tages der Sachsen werden.

„Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten wieder ein vielseitiges Jahresprogramm auf die Beine gestellt, welches es unseren Besuchern ermöglicht, nicht nur die Geschichte unserer Stadt zu erkunden, durch verschiedene Vorträge und publizistische Beiträge hinter die Kulissen ausgewählter Institutionen in Riesa zu schauen, sondern auch sehr unterhaltsame Kulturangebote zu erleben", sagt Maritta Prätzel. „Auch lade ich natürlich die Riesaer und ihre Gäste unabhängig von Veranstaltungen und Sonderthemen zu unseren bekannten Dauerausstellungen ins Museum ein", so Prätzel

Riesa, 30.01.2019

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